#1 101 GTV 6 Story und Modellübersicht von Alfa mit zu wenig Türen 19.05.2016 08:54

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Männlich oder weiblich? Die GTV6 oder der GTV6? Diese Frage sieht je nach Sichtweise anders aus. Bei den Italienern ganz klar weiblich, im deutschsprachigen Raum auch oft anders. Hier eben mal anders...
Über den GTV6 wurde schon viel berichtet und geschrieben, und da die Technik mit der gesamten Transaxle-Baureihe weitestgehend identisch ist, hier nur ein kleiner Überblick des Fahrzeuges.

Der GTV6 kam im Herbst 1980 auf den Markt und wurde bis 1986 produziert.

Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen Alfetta GT/GTV entfiel der Schriftzug Alfetta beim GTV6, er blieb den Limousinen vorbehalten.
Am Heck prangte nun Alfa Romeo GTV6-2.5



Ab 1983 stand nur noch GTV6-2.5 am Heck.



Veränderungen zur Alfetta GT/GTV
Die Chrom-Stoßstangen wurden durch solche aus Plastik ersetzt und veränderten die Front und das Heck nachhaltig. Die vorderen Blinker integrierte man in die Stoßstange und die Seitenblinker im Kotflügel versetzte man weiter nach hinten zur A-Säule.
Die Schweller wurden um Plastikschweller ergänzt und die Seitenteile bekamen einen kleinen Plastikschutz am hinteren Radlauf zur Stoßstange hin.
Die Dachrinne wurde mit einer Gummiummantelung vergrößert und bis zum Ende des Wagenhecks verlängert.
Die seitlichen Entlüftungsdreiecke, bei Alfetta GT/GTV aus Blech und mit Lüftungsschlitzen oder dem Schriftzug GTV versehen, wurden vergrößert und auch durch Kunststoff ersetzt.
Die vorher filigran wirkenden und einzelnen Rückfahrscheinwerfer wurden durch eine große Leuchteneinheit ausgetauscht.
Durch diese Maßnahmen wirkte der GTV6 nicht mehr so filigran wie die Alfetta GT/GTV.

Dem V6-Motor geschuldet, bekam der GTV6 seinen markanten Buckel auf der Motorhaube.
Die vordere Bremsanlage wurde mit größeren (263 mm) und innenbelüfteten Scheiben und Aluminiumbremssätteln (von Brembo) versehen.
Das Fahrwerk hatte Radaufnahmen mit dem Lochkreis 5X98mm.

Der Drehzahlmesser, im Armaturenbrett bei Alfetta GT/GTV noch dominant und einzeln hinter dem Lenkrad, bekam beim GTV6 den Tacho und die Uhr bei Seite gestellt.
Er blieb aber, weil wichtigstes Instrument, in der Mitte des Fahrerblickfeldes direkt hinter dem Lenkrad sitzen.

Stückzahlen:
Insgesamt wurden ca. 135400 Coupe-Versionen gebaut,
davon ca. 22381 GTV6

Sondermodelle

Fotos und evtl. weitere Beschreibungen siehe unter den jeweiligen Rubriken

Es gab eine auf 800 Stück limitierte Sonderversion "Grand Prix" für die Niederlande, Belgien, der Schweiz und Australien. Angeblich wurden hiervon auch Fahrzeuge nach Schweden verkauft. Sie enthielt ein Bodykit von Rayton Fissore. Hierbei handelt es sich um andere Stoßstangen, an der vorderen sind Nebelscheinwerfer integriert, andere Schwellerverkleidungen und Radlaufverbreiterungen.
Ein Klebestreifen mit Grand Prix-Schriftzug erstreckt sich vom vorderen Kotflügel bis zum Ende des Heckbereiches.
Diese Anbauteile wurden in Wagenfarbe lackiert. Der Schweizer Grand Prix fuhr auf TRX Bereifung und hatte ab 1986 einen geregelten Dreiwege-Kat um die Abgasnormen zu erfüllen.

Ca. 1984 sollte dem in Deutschland nachlassenden Absatz des GTV6 entgegen gewirkt werden. So entschloss man sich bei Alfa Deutschland über den Alfa Händler Häckner eine auf 100 Stück limitierte Sonderserie "Grand Prix" auf den Markt zu bringen.
Hierbei wurden die Stoßstangen die Schweller und die Zierleisten in Wagenfarbe lackiert. Ein rechter Aussenspiegel montiert, Rial-Felgen in der Größe 7J x 15 und Reifen der Größe 225/50 -15 und eine eigens angefertigte Mittelkonsole verbaut.
Diese Mittelkonsole beinhaltete zwei Zusatzinstrumente.


Anbei ein Foto dieser Mittelkonsole. Einmal für die normale Ausstattung und einmal für Fahrzeuge mit Klimaanlage



Etwa 1985 entstand eine zweite Sonderserie für Deutschland und wurde auch nur von deutschen Händlern angeboten. Im Allgemeinen werden diese, vom Tuner Zender, Zender-Modelle genannt.
Hierbei wurden andere Stoßstangen, Seitenschweller und eine voluminöse Motorhaubenabdeckung verbaut. Auch hier wurden die Rail-Felgen in der Größe 7J x 15 und Reifen der Größe 225/50 -15 montiert. Wie viel Modelle hier entstanden ist nicht dokumentiert.

1982 kam der auf 350 Stück limitierte GTV6 Balocco auf den US-Markt. Dieser wurde nur in Alfa Rot ausgeliefert und erhielt einen schwarzen Dekorstreifen und einen weißen Schriftzug "Balocco".
Auf der C-Säulen Entlüftung klebte ein Quadrifoglio und die Felgen waren in der Mitte schwarz lackiert. Der Teppich war rot und die generell schwarze Innenausstattung aus Leder.
Ein manuelles Schiebedach und eine Klimaanlage gehörten ebenso zu diesem Modell.

Ein weiteres, ebenfalls nur für die USA entstandenes Modell, war der 1984 erschiene und auf 150 Exemplare limitierte Maratona.
Seine Aerodynamik-Anbauteile, Frontspoiler und Seitenschweller, mochte nicht jeder. Dieses Fahrzeug gab es nur in Silber. Auch hier gab es ein Schiebedach und eine schwarze Lederinnenausstattung. Er war mit Speedline Leichtmetallfelgen ausgestattet und seine Kunststoff-Abdeckung auf der Motorhaube war Rauchglasfarben lackiert.

Keine Sonderserie aber sicher eine der gesuchtesten Kleinserien ist der Callaway Turbo. Diese Kleinserie stammt vom Amerikaner Reeves Callaway und wurde mit zwei Turboladern
auf 230 PS gebracht. Hierzu musste die Motorhaube noch weiter erhöht werden, um den beiden Ladelüftkühlern Platz zu schaffen.

Da wir schon beim Tuning sind, sollte erwähnt werden, dass es auch für den GTV6 Tuner gab.
Die bekanntesten sind wohl der genannte Reeves Calloway, Dieter Gleich, Zender und Limos-Racing, die nicht nur optisch etwas am GTV6 veränderten.

Ein Bericht über D. Gleich

#2 RE: 101 GTV 6 Story und Modellübersicht von Mariani 03.07.2016 12:02

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Tipo 116.C Alfetta GTV6 + 116CA Alfa Romeo GTV6

Bereits 1980 wurden die ersten GTV6 hergestellt, gingen aber noch nicht in Verkauf, sondern wurden für interne Stellen wie z.b. den Aufbau der später im Rennsport eingesetzten Fahrzeuge verwendet.
Dadurch existieren auch Fahrzeuge die nicht der offiziellen Produktion zugeordnet sind. Das erste offizielle Fahrzeug trägt die Fahrgestellnummer ZAR116C00*00001001
Diese ersten Fahrgestellnummern bis zu ZAR116C00*00006000 verfügen weder über elektrische Fensterheber noch über die Scheinwerker Waschdüsen.

Bereits für das Modelljahr 1982 wurde das geändert, dabei wurden 1500 Fahrgesellnummern nicht besetzt, das erste Fahrzeug, also quasi Serie 1.5 trägt die Fahrgestellnummer ZAR116C00*00007501

Im Februar 1983, Vorstellung am Genfer Autosalon 1983 wurden einige gut sichtbare Änderungen vorgenommen. Wärmedämmende Scheiben, schwarz-graue Stossprofile an den Seiten, neue Türverkleidungen und Recaro Sportsitze mit Netz Nackenstützen und besserer Geräuschdämmung waren einige der durchgeführten Änderungen. Mit der Produktionsaufnahme des Alfa 75 bekamen die Modelle des letzten Baujahrs nun noch die Bodengruppe des Alfa 75.

Das erste Fahrzeug dieser Serie 2 trägt die Fahrgestellnummer ZAR116C00*00012001, auch hier wurden 1‘500 fahrgestellnummern ausgelassen.
Ab diesem Zeitpunkt wurde das Fahrzeug nicht mehr Alfetta GTV6 sondern als Alfa Romeo GTV6 bezeichnet.

Bereits 1986 gab es den GTV6 in Europa auch mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator um den zusehend schärferen Abgasnormen in einigen europäischen Ländern gerecht zu werden.

Technische Daten:

Motor 6 Zylinder(85 x 68.3mm) 2492 cm2 Kompr. 9:1, 158/160 PS bei 5600/Min. 213 NM bei 4000/Min. max. Drehzahl 6300

Stückzahlen Tipo 116.C

1980 und
1981 ZAR116C00 0001001 bis 0006000
1981 ZAR116C00 0007501 bis 0008000
1982 ZAR116C00 0008001 bis 0010500

Stückzahlen Tipo 116.CA

1983 ZAR116C00 0012501 bis 0015210
1984 ZAR116C00 0015211 bis 0017600
1985 ZAR116C00 0017601 bis 0019000
1986 ZAR116C00 0020011 bis 0020600

Leider sind sich die Quellen beim letzten Baujahr nicht einig. Das erste Auto mit Geregeltem Kat. trägt nach einer Quelle die Fahrgestellnummer ZAR116CA00*00020011 und soll demnach 1986 produziert worden sein. In einen CH Preisliste von 8. November1985 ist aber der GTV6 mit dem Motor Tipo 01911 mit 154 PS mit einem Aufpreis von Fr. 1‘500.00 bereits enthalten. Die letztgebauten Grand Prix GTV6 mit Bodykit von Rayton Fissore wurden 1986 fast ausschliesslich mit dem Motor 01911 ausgestattet.

Für den amerikanischen Markt waren Fahrzeuge mit der Bezeichnung Tipo 116.69 bereits mit Motor 01911 Ab Modelljahr 1981 im Verkauf, das erste Fahrzeug trägt die Fahrgestellnummer ZAR11669 *00001001

Mariani

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